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Zurück auf Start: Alphacool Aurora GPX-A RX 5700 im Test | Neuer Wasserkühler für AMDs Radeon RX 5700XT

Alphacool und die GPX-Wasserblöcke sind so eine Sache, die man seitens des Herstellers wirklich einmal neu definieren musste. Genau da will man jetzt mit dem komplett neuen Aurora GPX auch ansetzen, denn das neue Kühldesign wird es ja nicht nur für Navi geben. Aber eben auch und genau deshalb wollte ich es einmal genauer wissen. Vor allem interessiert es mich generell, was sich an den Kühlern geändert hat und genau deshalb schreibe ich heute auch diesen Test.

Ich hatte ja auch den EKWB Vector RX 5700 weltexklusiv als Erster im Labor und so haben sich meine magnetischen Fühler auch den neuen Aurora GPX-A angeln können, der zwar vorbestellt aber noch nicht im Laden abgeholt werden kann. Aber wie immer siegen die Neugier und die nette, aber nachdrückliche Beharrlichkeit meinerseits, um den Herstellern bereits frühzeitig fertige Muster aus dem Kreuz zu leiern, bevor sie ein anderer hat. Also habe ich auch den wieder mal als Erster.

Und da war ich am Ende sogar fast noch schneller als die eigene News zum Thema, die Ihr übrigens hier findet:  Alphacool kündigt den Eisblock Aurora GPX an: Vorbestellungen möglich | Prototyp bereits im Labor!

 

Unboxing, Lieferumfang und Montage

Geliefert werden der komplett zusammengebaute Wasserblock, Federschrauben, Pads, Wärmeleitpaste und Handbuch, sowie zwei Stopfen („Endstücke“), deren Besonderheit darin besteht, komplett randlos zu sein und sich somit auch fast nahtlos im Terminal versenken zu lassen.  Leider hat man diese beiden Teile in der Hast nicht mit eingepackt, aber Schwamm drüber, dann nehme ich eben erst einmal die alten.  Was allerdings auf den ersten Blick auffällt, sind die gravierenden Änderungen am Kühlerboden und am Acryl.

Der Wasserfluss ist jetzt endlich wieder klar definiert, „Form follows Funktion“ ist also wiederhergestellt und die Zeit der optischen Experimente schein Gott sei Dank nun auch vorbei zu sein. Bis auf wenige Stellen, deren Sinn sich mir nicht erschloss, gibt es keine augenscheinlichen Hemmblöcke mehr. Physik kann man nun einmal nicht neu erfinden, nur vergewaltigen. Der Block, der zudem in der Dicke von 7 mm auf 5,5 mm geschrumpft ist, hinterlässt auch bei Verarbeitung und Vernickelung einen ganz guten Eindruck.

Die Acrylabdeckung ist hingegen gewachsen und definiert die Kanäle aktiv mit. Die neue Dicke ermöglich es zudem, auf Metallplatten für vormals zu dünnen Stellen, komplett verzichten zu können. Die neuen, versenkten Edelstahlschrauben machen nicht nur optisch etwas her, sondern sie schließen auch sauber mit der Oberfläche ab. Spalte sind hier faktisch nicht mehr vorhanden. Und für die Unschlüssigen hat man zudem In- und Outtake am Terminal auch noch einmal symbolisch gekennzeichnet.

Man setzt jetzt wieder auf Federschrauben mit Gewinde-Stopper. An sich nicht schlecht, aber wenn die Toleranzen nicht zu 100% mitspielen, verhindern diese Stopper sogar mit etwas Pech den optimalen Anpressdruck. Hier habe ich bereits Kontakt mit dem Hersteller aufgenommen, der diese Schrauben vor der Konfektionierung noch einmal ändern wird. Ich habe mir zwischenzeitlich mit Acrylunterlegscheiben geholfen. Das geht eigentlich genauso gut und schont zudem noch die Platine.

Das unvermeidliche RGB Leuchtmittel in Form eine LED Streifens hat man dankenswerterweise gleich im Acrylblock mit eingelassen. Das stört nicht weiter und kann bei Nichtgefallen auch manuell (allerdings irreversibel) entfernt werden. Die Lichtspielereien und das Design mit den abgeschrägten Kanten sowie gravierten Elementen sehen gut aus. Zumindest in den Augen derer, die es gern bunt treiben.

Als Anschluss gibt es allerdings nur aRGB (durchgeschleift), also den üblichen adressierbaren Anschluss, der die älteren 5-Volt- und 12-Volt-Anschlüsse mittlerweile abgelöst hat. Wer die älteren Standards noch noch nutzen möchte, benötigt einen Adapter oder einen Controller aus dem Zubehör. Beigaben findet man diesbezüglich leider nicht.

Wichtig bei AMDs Radeon RX 5700 (XT) ist das richtige Reinigen der GPU und das saubere Entfernen aller Rückstände der Wärmeleitpaste, die ja eigentlich gar keine ist. Das verwendete Phasenwechsel-Polymer-Pad ist mit jeder Menge sogenannter Graphit-Filler versetzt worden, um die thermische Leitfähigkeit zu erhöhen. Leider ist das Material dadurch auch elektrisch leitfähig und der kleinste Rest-Krümel kann später zu bleibenden Schäden auf der Platine führen! Also bitte vorsichtig abtragen und alles auch sofort entfernen!

Für die Ränder haben sich auch Ohrstäbchen bewährt. Bitte keinen fusseligen Lappen oder gar Künchepapier verwenden. Statt normalem Brennspiritus oder anderen Lösungsmitteln darf maximal noch Isopropanol verwendet werden, aber nichts anderes.

Die grob vorkonfektionierten 1-mm-Pads sind schnell angepasst und aufgelegt. Bitte mit der klebenden Seite auf den Kühlerboden heften. Die Wärmeleitpaste habe ich perfekt und dünn aufgepinselt (Kryonaut mit etwas Isopropanol verdünnt, das sich schnell wieder verflüchtigt). Es reicht aber auch ein dünner und gleichmäßiger Auftrag mit einem Spatel. Tropfen und Kleckse sind suboptimal.

Zusammenschrauben und fertig ist der Lack?  Auch hier schraubt man erst die vier Schrauben an der GPU seitenweise alternierend und in kleinen Schritten so fest, wie es geht und erst danach nach außen hin die anderen Schrauben, um Spannungen im PCB zu vermeiden. Dann kann es auch schon losgehen. Und: Stopfen nicht vergessen!

Eine Backplate wird Alphacool noch nachreichen, aktuell gibt es noch nichts. Allerdings sind die aufgerufenen knapp 110 Euro im eigenen Shop preislich sicher eine Ansage, wenn auch die Kühlleistung stimmt.  Aber genau das will ich ja heute herausfinden…

 

Technische Daten (vorab)

Bevor ich dann auf der nächsten Seite diesen Umbau in Betrieb nehme und messe, schnell noch einmal für alle Leser alles im Überblick:

  • B x T x H: 120,4 x 266,7 x 25,3 mm
  • Nettogewicht: 726 g
  • Maximale Arbeitstemperatur: 60 °C
  • Material Kühler: Vernickeltes Kupfer
  • Material Deckel: Plexiglas
  • Dicke der Kühlfinnen: 0,6 mm
  • Anschlüsse: 4 x G1/4“
  • Stromanschluss: Digital RGB 3-Pin 5V
  • Druckgetestet: 1,5 Bar

 

Testsystem und Messmethoden

Das Testsystem und die -methodik habe ich immer wieder sehr ausführlich beschrieben und ich werde auf der nächsten Seite natürlich noch zu den weiterführenden Details eingehen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i9-9900 K
MSI MEG Z390 ACE
2x 8GB KFA2 HoF DDR4 4000
1x 1 TByte Patriot Viper (NVMe System SSD)
1x Seagate FastSSD Portable USB-C
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
5x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik
Betriebssystem Windows 10 Pro (1809, alle Updates)

 

 

 

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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