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Wegen Datenschutzbedenken: In hessischen Schulen ist Microsoft Office 365 teilweise untersagt

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Michael Ronellenfitsch, der Datenschutzbeauftragte Hessens, dass die die Service-Anwendung Office 365 an Schulen „derzeit unzulässig“ sei. Eines der Probleme ist die Übermittelung von Telemetrie-Daten.

Schon zum Start von Windows 10 gab es massive Kritik an der Spionage durch Microsoft. Darauf hat Microsoft reagiert und angepasste „Education“-Versionen des Betriebssystems bereitgestellt. Hier lässt sich das Datensammeln vollständig abschalten. Die Software Office 365 bietet eine solche Option jedoch nicht. Außerdem ist die Anwendung ein Teil von Microsofts Cloud-Angebot. Dazu schreibt die Aufsichtsbehörde:

Seit Jahren wird in Deutschland darüber diskutiert, ob Schulen die Microsoft-Software Office 365 datenschutzkonform anwenden können. […]

In seiner damaligen Stellungnahme hat der HBDI festgestellt, dass Office 365 durch Schulen datenschutzkonform in der Deutschland-Cloud angewendet werden kann, soweit die von Microsoft zur Verfügung gestellten Werkzeuge (z.B. Rollen- und Berechtigungskonzept, Protokollierung etc.) durch die Schulen sachgerecht Anwendung finden.

Im August 2018 hat Microsoft der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass für die Deutschland-Cloud keine Verträge mehr angeboten werden und der Vertrieb dieses Produkts eingestellt wird. […]

Die vollständige Pressemitteilung ist hier zu finden: datenschutz.hessen.de

Microsoft bemüht sich tatsächlich, das Problem zu lösen. Verständlich, stellen doch öffentliche Einrichtungen einen sicheren Geschäftspartner dar. Mit „Office 365 Deutschland“ wird eine spezielle DSGVO-konforme Office-Version angeboten. Diese ist jedoch nicht vollständig mit den Auflagen kompatibel, die Bildungseinrichtungen erfüllen müssen.

Microsoft schreibt zu Office 365 Deutschland:

Office 365 Deutschland ist eine Option, die sich von den Office 365-Diensten unterscheidet, die bereits in Europa angeboten werden. Sie trägt dazu bei, die Anforderungen der Kunden in Deutschland, in der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelszone (EFTA) zu erfüllen, die den stringentesten Einschränkungen unterliegen, indem wir unsere branchenführenden digitalen Produktivitätsdienste von deutschen Rechenzentren aus mit Daten bereitstellen, die sich in Deutschland befinden. Darüber hinaus werden strenge Datenzugriffs- und Kontrollmechanismen über ein einzigartiges Datentreuhändermodell durchgesetzt, das vollumfänglich dem deutschen Recht entspricht.

Hier können weiterführende Informationen zum Funktions- und Anwendungsumfang eingesehen werden: docs.microsoft.com

 

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.