Grafikkarten Praxis Testberichte Wasserkühlung

Vier Wasserblöcke für die GeForce RTX 2080 Ti im abschließenden Vergleich

Alle guten Dinge sind Vier, der Rest der Anbieter hat sich mit seinen Produkten leider entweder verweigert oder konnte bedauerlichrweise nicht liefern. Das ist zwar an sich ärgerlich, aber nicht zu ändern. Zusätzlich haben es zwei der mir als Prototypen zugesandten Exemplare nach dem Test nie in den Handel geschafft. Hier sind beide Seiten stets fair miteinander umgegangen. Des zusammengefasste Ergebnis aller Einzelteest gibt es nun heute.

Infrarot-Messungen

Zunächst habe ich die Infrarot-Messungen mit den Wärmebildern noch einmal gegenüber gestellt, damit wir auch optisch einen guten Vergleich haben. Denn was nachher die Balken noch sehr eindrucksvoll zeigen werden, sieht man eigentlich auch jetzt schon schon anhand der Einfärbung auf den Platinen. Ich habe jedes Mal die Grafikkarte direkt an den Chiller angeschlossen, das Power Target auf die maximalen 380 Watt, den Kerntakt um 200 MHz und die Spannung auf das einstellbare Maximum erhöht.

Gemessen wird stets mit Witcher 3 auf maximalen Details bei 3840 x 2160 Pixeln (Ultra-HD). Die Kontrollmessung ergab stets ca. 378 bis 379 Watt über die gemessenen 30 Minuten für die Grafikkarte allein, die Wassertemperatur betrug konstante 20 °C und die Raumtemperatur lag bei 22 °C.

 

Einzelergebnisse

Im direkten Vergleich dessen, was man unterhalb des Sockels messen kann, schneidet der Kryographics Next von Aqua Computer am besten ab, gefolgt vom Watercool Heatkiller IV und dem Rest. Hier bildet der Phanteks Glacier mit fast 14% niedrigerer Kühlperformance das Schlusslicht. Wer am höchsten Boost-Step interessiert ist, für den sind genau diese Temperaturen mit am wichtigsten.

Diese Speichermodule sind am kritischsten bei der Kühlung, denn sie liegen genau zwischen den heißen Spannungswandlern und dem GPU-Sockel, zumal noch die hohen Ströme dazukommen, die in den Kupferbahnen darunter hin zur GPU fließen und diese Tracks zusätzlich aufheizen. Das Ergebnis deckt sich ziemlich mit dem des GPU-Sockels, nur dass die Abstände zum besten Kühler noch einmal deutlich angewachsen sind. Man merkt sehr wohl, dass hier statt der Pads die Wärmeleitpaste die bessere Kühlung garantiert.

Der Speicher am oberen Kartenrand ist von dem Temperaturen her sicher nicht so kritisch, aber es sagt auch vieles über das Layout des Wasserflusses und die Kühlqualitäten des Kupferblocks aus. Die Produkte von Phanteks und EK tauschen die Plätze im Hinterfeld, der Rest bleibt abermals wie gehabt.

Der Speicher unterhalb des GPU-Sockels ist ebenfalls nicht kritisch und alle Testobjekte schaffen das locker unter 40 °C. Schlusslicht ist hier der Vector von EK, während der Phanteks Glacier und der Heatkiller IV quasi gleichauf liegen. Der Gewinner ist auch hier der Kryographics Next von Aqua Computer.

Der größere der beiden Spannungswandlerblöcke ist kühltechnisch der wichtigste und interessanterweise gewinnt hier der Phanteks Glacier, knapp vorm Kryographics Next. Es ist übrigens auch die einzige Disziplin, die der Wasserblock von Aqua Computer nicht gewinnt.

Der kleinere Block der Spannungswandler zwischen GPU-Sockel und Slotblende ist der kleiner Posten, wobei hier wieder die alte Reihenfolge auf dem Siegertreppchen gilt, bei dem sich vor allem zwei Kühler besonders hervortun können.

 

Zusammenfassung und Fazit

Unterm Strich siegt der teuerste Kühler im Testfeld hauchdünn vor dem günstigsten. Bei den Plätzen Drei und Vier kann der Phanteks Glacier auf der Ziellinie auch noch den Vector von EKWB überholen. Wobei die beiden letzplatzierten Kühler jetzt nicht etwa schlecht wären, sondern die beiden besseren Kühler einfach noch einen Tick performanter. Wer bei der Jagd nach dem letzten MHz und dem letzten Grad Celsius unbedingt das Beste haben will, muss auf das Produkt von Aqua Computer warten und kann dabei sogar noch eine ordentliche Summe sparen.

Der Heatkiller von Watercool ist nicht wirklich schlechter, aber deutlich günstiger. Aber auch hier wird man Geduld mitbringen müssen. Die Kühler von Phanteks und EK sind zumindest besser verfügbar. Auch das kann natürlich ein wichtiges Kriterium sein, wenn man es eilig hat. Und wer mich mal wieder sehen und hören möchte: diesmal gibt es das Röhren-Filmchen erst NACH dem Text. Guckst Du!

 

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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