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Travis Touch Review: Das Sprachrohr zur Welt

Wie kommt man in Ländern und Provinzen nach dem Weg fragen, Essen bestellen oder in einem Notfall nach Hilfe bitten, in denen kein oder nur wenig Englisch gesprochen wird? Für solche Fälle könnte Travis Touch eine Abhilfe sein.

Englisch zählt heute zu der meistgesprochenen Sprache der Welt. 1,5 Milliarden Menschen können sich damit verständigen. An vielen Schulen ist Englisch die Haupt- oder wie in Deutschland die Zweitsprache und das von klein auf. Doch wie sieht es mit Chinesisch aus? Einer Sprache, die von 1,1 Milliarden Menschen weltweit gesprochen wird? Wie kommt man in Ländern und Provinzen nach dem Weg fragen, Essen bestellen oder in einem Notfall nach Hilfe bitten, in denen kein oder nur wenig Englisch gesprochen wird? Für solche Fälle könnte Travis Touch eine Abhilfe sein.

Ende Mai findet in Taiwan die Computex statt – eines der wichtigsten und einflussreichsten Events für die Tech-Branche. Taiwan gehört zwar zu China, ist aber ein unabhängiges Land, das sowohl politisch als auch sprachlich eine andere Richtung anschlägt als das Festlandchina. Zwar unterscheidet sich das traditionelle Chinesisch, das in Taiwan vorzufinden ist, nur in der Schreibweise, die Sprache weist aber auch Dialekt-ähnliche Feinheiten.

Um mich auf solchen Business- aber auch Kultur-Reisen selbst ohne der Sprachkenntnisse unterhalten zu können, habe ich mir den Travis Touch zugelegt – einen handlichen und auf Android basierten Sprach-Übersetzer mit Touchscreen sowie Online-Anbindung dank WiFi und 4G. Per Bluetooth können Speaker für Meetings oder auch Headsets angeschlossen werden. Zusätzlich ist im Touch ein 3,5mm-Klinkenanschluss verbaut, um das Gerät an Telefonanlagen anschließen zu können.

Spitze Zunge statt flinke Finger
Auf der Gerätefront, unter dem Bildschirm, finden sich drei Tasten. Rechteck und Kreis starten den Hörvorgang für die vorher ausgewählte Sprache. Der orangene Komfort-Button in Form einer Sprechblase in der Mitte erlaubt hingegen – in der Theorie – das wechseln der Sprache per Befehl. Leider klappe das während meiner bisherigen Testläufe nicht, weswegen ich mich auf die manuelle Sprachumschaltung beschränke. Dem grundsätzlich bequemen Umgang mit dem Travis Touch tut dies keinen Abbruch, sollte aber der Transparenz halber nicht unerwähnt bleiben.

Dass die Entwickler laufend an der Software arbeiten und diese optimieren, zeigt sich in der regelmäßigen Bereitstellung von Updates. Während meiner Testphase führte ich zwei kleinere und eine große Aktualisierung auf Version 4.0.0 durch, mit der auch das UI geringfügig verändert und übersichtlicher gestaltet wurde. Wie bereits erwähnt kommt als Betriebssystem Android zum Einsatz, einige der Icons werden Smartphone-Anwendern also bekannt vorkommen. Die Statusleiste zeigt die aufgebauten Verbindungen (Mobilfunk, W-Lan und Bluetooth) sowie die Anbindung an die Cloud an. Ebenso ist der aktuelle Akkustand zu sehen. In der Mitte des Homescreens werden die beiden eingestellten Sprachen sowie der der letzte übersetze Satz dargestellt.

Über die oberhalb angebrachte Schnellnavigation werden die einzelnen Bereiche bzw. Funktionen umgeschaltet. Hinter der Uhr verbirgt sich die Historie, also alle zuvor getätigten Übersetzungen. Per Zahnrad gelangt man hingegen die die Einstellungen. Ist eine nanoSIM im Gerät eingelegt, fungiert der Travis Touch als mobiler Hotspot – dieser kann unter „Netzwerk“ eingeschaltet werden. Der Übersetzer setzt einen kostenlosen Online-Account voraus, mit dem das Gerät verknüpft wird. Zusätzliche Funktionen wie „Travis Business“ – Kostenpunkt 100 Euro – ermöglichen die Synchronisation aller Unterhaltungen und Übersetzungen mit der Cloud. Der „Travis Lehrer“ hingegen hilft, die Aussprache einer fremden Sprache zu üben. Dazu werden abwechselnd Wörter eingesprochen und per Algorithmus mit dem Muster der hinterlegten Sprachdatei verglichen. Wird eine hohe Übereinstimmung erzielt, wird die Aussprache als „gut“ bewertet.