Grafikkarten Testberichte VGA

Sapphire Radeon RX 5700 XT Pulse im Test – Navi-Einstieg mit gewissen Schwingungen

Sapphires erstes Navi-Modell ist mit der Pulse eigentlich das Einstiegsmodell, wenn man der bisherigen Nomenklatur des Herstellers folgt. Das bringt auch Kompromisse mit sich und wir werden heute ausloten, welche und was das für den Kunden bedeutet.

Leistungsaufnahme und Lasten

Betrachten wir zunächst die Leistungsaufnahme in verschiedenen Lastzuständen vom Idle bis hin zum absoluten Maximum als Durchschnittswert über einen längeren Messzeitraum. Interessant sind hier die beiden BIOS-Modi, denn für insgesamt bis zu 6 Prozent Performance-Unterschied, werden bis zu 10 Prozent mehr elektrische Leistung fällig. Hier hat Sapphire besser agiert als Powercolor, weil man nicht gar so aus dem Vollen geschöpft hat.

Interessant ist auch der temperaturabhängige Spannungsverlauf, denn wir sehen, dass die Firmware bei exakt 1.2 Volt den Limiter aktiviert, wenn auch nicht so stark wie Powercolor bei der Red Devil:

Die Lastverteilung auf die Rails fällt perfekt aus, denn im Normalbetrieb und beim OC werden die maximal zulässigen 5.5 Ampere des Mainboard-Slots nie überschritten:

Netzteilbemessung und Spitzenlasten/-ströme

Wie ich in meinem Grundlagenartikel „Der Kampf von Grafikkarte gegen Netzteil – Leistungsaufnahme und Lastspitzen entmystifiziert“ bereits ausführlich nachgewiesen habe, existieren durchaus auch kurzzeitig höhere Lasten im Millisekundenbereich, die bei ungünstig entworfenen oder nicht zweckmäßig bestückten Netzteilen bereits zu unerklärlichen Abschaltungen führen können. Da hilft dann allein die vom Grafikkartenhersteller oder den Reviewern gemessene TBP (Typical Board Power) für eine stabile Auslegung des Systems nicht wirklich weiter.

Spitzen mit Intervallen zwischen 1 bis 10 ms können bei sehr schnell reagierenden Schutzschaltungen (OPP, OCP) vor allem bei Multi-Rail-Netzteilen zu Abschaltungen führen, obwohl die durchschnittliche Leistungsaufnahme noch in der Norm liegt. Für diese Karte würde ich deshalb mit knapp 300 Watt für die Grafikkarte als solche kalkulieren, um genügend Reserven für den Fall der Fälle zu besitzen. Einen kurzen Auszug mit höher Auflösung zeigen uns nun die 20-ms-Intervalle, wie ich sie automatisiert zur Wertermittlung laufen lasse:

Detailaufnahme der durchschnittlichen Leistungsaufnahme und fließenden Ströme

Wie üblich stelle ich den Balken nun auch noch die Leistungsaufnahme und die fließenden Ströme als Detailgrafiken meiner Oszillographen-Messungen zur Seite. Ein Service, den sonst kaum jemand bietet und der zeigt, wie die Karten im Detail so „ticken“:

Normal-BIOS:

Silent-BIOS:

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.