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Ryzen Threadripper 2990 WX mit 500 W – Alphacool Eisblock XPX Aurora Pro Plexi Digital RGB im Test

Der Weg ist das Ziel, man könnte aber durchaus auch abgekürzt Lernkurve dazu sagen. Der Alphacool Eisblock XPX Aurora Pro Plexi Digital RGB ist da sicher so ein typisches Produkt für dieses Genre, denn er vereint am Ende einen wohl bisher unterschätzten Alphacool Eisblock XPX Pro 1U nunmehr mit adressierbarem RGB und einem modifizierten Äußeren. Das kann dann durchaus gefallen, wenn am Ende auch die Kühlleistung stimmt. Und genau deshalb habe ich, auch im Hinblick auf unsere geplante Workstation und den Video-Schnitt-PC, genau diesen Wasserblock mal unter die Lupe genommen.

Lieferumfang und Sockel-Kompatibilität

Geliefert wird der übergroße Wasserblock mit der großen, rechteckigen Kühlfläche für drei bzw. vier Sockel. Das wären TR4 und die Intel-LGA-Sockel 2011/2066 sowie der Sockel 3647 für den Xeon, wobei 2011 und 2066 ja dieselben Lochraster nutzen. Eigentlich sind es ja sogar fünf Sockel, denn auf dem TR4-Bracket sind auch passende Löcher für den Sockel AM4 Ich habe im unten verlinkten Video übrigens auch diese Variante mal aufgebaut, denn die Schrauben des normalen XPX passen ja perfekt auch zum XPX Pro. Das wiederum könnte für alle interessant sein, die einen Ryzen 9 nutzen und eine stärkere Übertaktung planen.

Dazu gibt es eine Kurzanleitung für die Montage und einen 5V-aRGB-Adapter, der z.B. auf Motherboards mit Asus’ Aura oder MSI’s Mystic Light passt. Optional könnte auch noch ein externer Controller dazugekauft werden. Gut ist, dass der aRGB-Anschluss auch eine Buchse besitzt, so dass man das Signal an ein weiteres Gerät durchschleifen kann. Da sich das Kabel einfach auftrennen lässt, hat man auch beim weiteren Verlegen später noch gute Längenreserven zum nächsten Gerät. Die Reihenfolge in der Adresskette richtet sich übrigens nach der Reihenfolge des Zusammensteckens.

 

Aufbau und Funktionalität

Der Kühler will mit einer deutlich vergrößerten Kühlzone punkten, also dem Bereich, wo das Kühlwasser direkt durch die sehr dünn geschnittenen Finnen strömen kann.  Die üblichen, meist quadratischen Wasserblöcke sind hier natürlich flächenmäßig stark im Nachteil, was wir später anhand der Temperaturen noch sehen werden, auch wenn der Vorteil erst bei deutlich höheren Leistungsaufnahmewerten wirklich stark zu Tage tritt. für Leistungen bis 200 Watt ist es ein Nice-to-Have, unter 100 Watt wird man eigentlich kaum noch einen Unterschied merken.

 

Wie gut diese aktive Kühlfläche den Heatspreader the Ryzen Threadripper abdeckt, zeigt die untenstehende Bildmontage der deliddeten CPU und des Sockels mit der Coldplate des XPX Pro:

Test und Kühlperformance

Das Testsystem setzt auf einen Ryzen Threadripper 2990 WX mit 32 Kernen und 64 Threads, 32 GB DDR4 3333 (A-XMP) und nutzt ein MSI X399 Creation mit aktuellem BIOS. Im Testsystem steckt noch eine passive GT 1030, im späteren Video-Schnitt- und Workstation-System wird dann eine wassergekühlte RTX Titan eingesetzt, die wir ebenfalls im Rahmen eines Kühlerwechsels vorstellen werden. Doch zurück zum Labor, denn gekühlt wird alles wie immer mit dem Chiller, um reproduzierbare Vergleichswerte für weitere Tests zu erzielen.

Auch dieser Ryzen Threadripper der zweiten Generation setzt auf Precision Boost Overdrive (BPO), so dass man bequem auch mit einer Kappung der Leistungsaufnahme auf jeweils 200, 400 und 500 Watt testen kann. Das spätere System werde ich mit 400 Watt Obergrenze betreiben, heute darf es (Dank Chiller) natürlich auch mal etwas höher gehen. Im direkten Vergleich habe ich einmal den sehr ähnlichen neuen XPX von Alphacool mit dem passenden TR4-Bracket (Halteklammern) mitgetestet. Vor allem bei den hohen Leistungen wird der Vorteil des XPX Pro deutlich sichtbar:

Einen Nachteil hat diese riesige Finnenlandschaft allerdings auch, denn mit deutlich weniger als 80 l/min Durchfluss ist das Ganze dann kaum noch wirklich optimal zu betreiben. Logisch, denn der Kühler bremst den Fluss schon ein wenig ein. Aber so ein potentes System wird man kaum als ruhendes Gewässer konzipieren (können), deshalb sehe ich diese Herausforderung, so sie denn überhaupt eine ist, eher sportlich. Denn am Ende sind ja trotz allem noch um die 700 Watt unter Volllast für alles wegzuschaffen. Da muss auch die Pumpe mithelfen und sich nicht verschämt in die Ecke verkriechen.

Wer den Zusammenbau und Test auch optisch verfolgen möchte, darf das verlinkte Video gern anklicken, das beißt nicht und niemanden:

Zusammenfassung und Fazit

Alphacool hat dem an sich schon guten XPX Pro in der optisch aufgehübschten Aurora-Version noch einmal so richtig Leben eingehaucht. Material und Verarbeitung gehen in Ordnung und das mit dem aRGB und dem 5V-Adapter passt so auch ganz ordentlich. Es ist kühl., bunt und nicht zu groß. Mehr kann und sollte man auch über einen Kühler nicht schreiben, wenn er tut was er soll: nämlich gut kühlen. Und das kann der XPX Pro.

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.