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Preisschildbürgerstreich Nr. 12: Apple nächstes iPhone wird so richtig teuer, Argumente gesucht

Man bemerkt es eigentlich immer wieder: die Zeit, in der gut Betuchte (oder mit einem Handyknebelvertrag Gestrafte und Möchtergernreiche)  stolz prollig das iPhone auf den Tisch knallten, damit das Umfeld vor Ehrfurcht erstarren möge, sind längst vorbei. Gott sei Dank. Es gibt natürlich immer noch Modelle, die der Kunde gerne herzeigt, solange die Eigenschaften auch den Herstellungspreis rechtfertigen. Deshalb glaubt Apple scheinbar, dass ein paar Upgrades für die eigenen Mobiltelefone der nächsten Generation durchaus eine Preiserhöhung verdienen.

Diese Nachricht stammt von Analyst Ming-Chi Kuo, der erwartet, dass der Preis für das kommende iPhone 12 noch einmal aus zwei Gründen ordentlich steigt. Da wären einerseits Kamera-Upgrades und andererseits eine neue, aufwändigere Kühllösung zur Beherrschung der 5G-Modem-Temperaturen, was die Kosten des iPhone 12 Lineups deutlich erhöhen könnte. Bzw. was man als (Schein-)Argument dafür trefflich nutzen könnte, denn die Margen sind bei Apple ja nicht wirklich winzig.

Quelle: mydrivers.com

Apple hatte ja seinerzeit die Scham vor der 1.000 Euro Schallmauer auf Preisschildern locker beiseite gewischt und diese psychologisch so wichtige Barriere mit einer Geste von Nonchalance durchbrochen. Allerdings hat dieser monetäre Größenwahn nicht nur bei Apple (denn Firmen wie Google oder Samsung haben ja freudig nachgezogen) Spuren bei den Verkaufszahlen hinterlassen, denn die Argumentationskette für diesen Preiswahn wird ständig dünner und zerbrechlicher. Verstehen muss man das ja eh nicht mehr und so blieb das iPhone 11 trotz schnellerem Prozessor und besserer Kamera (vorerst) auf dem alten Niveau.

Das wiederum soll sich jedoch angeblich schon im nächsten Jahr ändern, da der Preis für das iPhone 12 dann wieder höchstwahrscheinlich höher sein wird als der für das iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max. In einem Gespräch mit TF International Securities hatte Kuo Berichten zufolge gesagt, dass er erwartet, dass der Preis für das iPhone 12 aufgrund einer neuen Verarbeitungsmethode und der Nutzung von speziellen Verbundwerkstoffen für die neue Metallrahmenstruktur steigen wird. Zuvor berichtete Kuo, dass sich das Design des iPhone 12 an das vom iPhone 4 anlehnen könnte, was jedoch zu einem signifikanten Anstieg der Kosten pro Einheit führen könnte.

Dass Apple dies wohl in Form einer Preiserhöhung an die Verbraucher weitergegeben wird, sollte eigentlich kein Wunder sein, so dass man als treuer Apple-Kunde dann für sein Premium–Gerät noch deutlich tiefer in die Tasche greifen müsste. Darüber hinaus wird erwartet, dass alle Modelle der iPhone 12-Serie laut Kuo über ein 5G-Modem verfügen werden. Da 5G noch eine neue Technologie ist, ist die überschaubare Auswahl an Telefonen, die 5G unterstützen, zudem noch ziemlich teuer.

Daher wird erwartet, dass der Preis des iPhone 12, auch aufgrund des Übergangs von 4G zur nächsten Generation der drahtlosen Übertragung, erheblich steigen wird. Apple könnte 5G-Modems z.B. von Qualcomm beziehen, wobei sich Branchenbeobachter wohl sicher sind, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis der iPhone-Riese seine hauseigenen Modems in allen zukünftigen iPhones und iPads implementiert hat. Das iPhone 11 Pro Max beginnt bei über 1200 Euro was bedeutet, dass der Preis des iPhone 12 die Marke von 1300 Euro (oder noch einen Hunderter mehr) durchaus überschreiten könnte. Da die 5G-Flaggschiffe von Samsung derzeit nicht billiger sind, dürfte es keine Überraschung sein, dass Apple-Kunden mehr zahlen werden, auch mit dem Argument, dass 5G die Preise hochtreibt.

Und was machen die Mitbewerber? Da verschiedene Hersteller von Android-Handys eigene Pläne für die Markteinführung erschwinglicher 5G-Smartphones im nächsten Jahr angekündigt haben, bleibt allerdings abzuwarten, ob die Verbraucher am Ende wirklich bereit sein werden, ein noch einmal teurer werdendes Geräte aus dem iPhone-12-Lineup in größerem Umfang zu kaufen. Für die preisbewussten Käufer plant Apple Berichten zufolge daher parallel die Markteinführung des iPhone SE 2 im ersten Halbjahr 2020 – ohne 5G-Modem –  also einen Einstieg für nicht ganz so Reiche, die trotzdem gern ihr Smartphone sichtbar auf dem Tisch platzieren möchten.

Quelle: mydrivers.com

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.