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Per Grafiktreiber nachgerüstet: NVIDIA unterstützt ReShade und Image Sharpening

Mit der GTX GeForce 1660 Super rückt NVIDIA nicht nur das Grafikkartenportfolio für den Einsteigermarkt enger zusammen, sondern nutzt den Facelift auch dazu, neue Funktionen für die Softwareschnittstelle GeForce Experience einzuführen. Es bietet sich also an, einen Blick auf bekannte Funktionen wie Freestyle und Ansel, aber auch auf Neuzugänge wie die ReShade Unterstützung zu werfen.

War die GeForce Experience in ihrer Anfangszeit auf das automatische Einstellen von Grafikeinstellungen in unterstützten Spieletiteln beschränkt, kamen über die letzten Jahre immer mehr Funktionen und Angebote wie ShadowPlay oder der 0-Day-Patch hinzu. Mit dem Support für ReShade möchte NVIDIA nun die breite Community der Game Moddern ansprechen und es Anwendern noch einfacher machen, die Grafikfilter zu nutzen.

Doch was ist ReShade eigentlich?
Entwickelt wurde ReShade von Crosire und ist ein generischer Post-Processing-Injektor für Spiele und Videosoftware. Das Tool erlaubt das Aktivieren von Ambient Occlusion, echten Tiefeneffekten, Farbkorrekturen und weiteren grafischen Modifikationen. Zwar sind diese Mods weniger aufwendig, wie solche bei ENB, sie sind aber auch resourcenschonenden. Und genau das ist offenbar der Sweet-Spot: Die Leistung einer neue GeForce GTX 1660 Super reicht für den Einsatz von ReShade aus. Wenn man sich dann noch vor das innere Auge führt, wie die rechtliche Konfiguration eines Systems aussieht, in der eine 1660 Super verbaut ist, versteht – ReShade ist ein beeindruckendes Stück Software.

In Spielen ist mit ReShade das Gras ein bisschen grüner, der Himmel ein bisschen bläulicher damit und damit die Atmosphäre noch betörender als mit den Standard-Einstellungen. Unterschiedliche Filter bieten zusätzliche grafische Optimierungen, die In-Game-Grafiken den persönlichen visuellen Vorlieben anpassen.

Leider eignet sich ReShade zumindest minimal dazu, sich einen Vorteil bei der Erkennung von Gegnern oder im Generellen das Erkennen von Bewegungen. Damit wurde ReShade Anfang letzten Jahres per Code-Änderung aus dem besagten PUBG verbannt. Die Wurzeln von ReShade liegen aber tatsächlich abseits des kompetitiven Spielens, bei den klassischen Single-Playern wie Skyrim, Alien: Isolation oder Alan Wake. Die Liste der kompatiblen Titel ist lang und kann hier eingesehen werden: https://reshade.me/compatibility

Tools wie ReShade und SweetFX werden aber auch hin und wieder von Anti-Cheat-Programmen erkannt und als Bedrohung angesehen. Overwatch ist ein solches Spiel. Ob durch den Trust, den NVIDIA dem Tool zusagt, die Enwickler und Publisher sich vermehrt auf ReShade einlassen werden, muss die Zeit zeigen.

NVIDIA Freestyle und NVIDIA Ansel
NVIDIA hat Freestyle letztes Jahr vorgestellt und erlaubt ebenfalls das Erscheinungsbild von Spielen mit Echtzeit-Nachbearbeitungsfiltern individuell anzupassen. Zur Sammlung gehören zum Beispiel ein Retro-Filter. Ebenso ist es möglich, die Intensität von Farbe und Kontrast abzustimmen, was zu einem (nahezu) fotorealistischen Aussehen führt.

Alle Funktionen von Freestyle werden über ein In-Game-Overlay angewendet, das per Tastenkombination Alt+F3 erreichbar ist. 15 Filtern und 38 unterschiedlichen Einstellungen gibt es insgesamt, wobei auch einzelne Kombinationsmöglichkeiten bestehen.

Das volle Potential entfaltet Freestyle abseits vom Gaming in Verbindung mit NVIDIA Ansel. Das Tool zur Aufnahme von 360°-Screenshots erlaubt das Festhalten von beeindruckenden Momentaufnahmen inklusive VR-Support in über 650 Spieletiteln. Und genau hier kann Freestyle für die feine Abstimmung der Licht- und Schatteneffekten sowie Nutzung von Filtern eingesetzt werden. Mit ReShade kommen noch mehr Filter hinzu. Folgend eine Übersicht:

NVIDIA Freesync Kompetitive Spiele Nicht-kompetitive Spiele
Freesync Filter Unterstützt
(14 Filter)
Unterstützt
(14 Filter)
Offizielle ReShade Filter Unterstützt
(über 30 Filter)
Unterstützt
(über 70 Filter)
Angepasste ReShade Filter Nicht unterstützt Unterstützt
(Alle Filter, 160 Spieletitel)
     
NVIDIA Ansel Über 650 Spiele
(Ohne SDK)
Über 80 Spiele
(Mit SDK)
Ansel Filter Unterstützt
(16 Filter)
Unterstützt
(16 Filter)
Offizielle ReShade Filter Unterstützt
(über 30 Filter)
Unterstützt
(über 70 Filter)
Angepasste ReShade Filter Nicht unterstützt Unterstützt
(Beliebige Filter)


Image Sharpening

Als NVIDIA Anfang 2018 das bereits erwähnte Freestyle einführte, wurde auch Image Sharpening implementiert. Während viele der klassischen Temporal-Glättungsverfahren zwar effektiv ein Kantenflimmern unterbieten, haben sie dennoch eine gewisse Unschärfe des Gesamtbildes zufolge. Insbesondere bei einer geringen Auflösung tritt dieser Effekt deutlich sichtbar auf. Image Sharpening erhöht u.a. den Kontrast der In-Game-Grafik und reduziert zugleich das Bildrauschen. Damit sehen die dargestellten Spielinhalte klarer und wie der Name schon sagt – einfach schärfer aus.

Musste das Image Sharpening bisher noch recht umständlich konfiguriert werden, vereinfacht NVIDIA das Prozedere: Ab sofort ist Image Sharpening in den Grafiktreiber und damit das Control Panel integriert. So lässt sich ein globales Profil anlegen, das automatisch bei unterstützten Spielen greift. Zusätzlich erlaubt es der neue Grafiktreiber Spiele-bezogene Profile zu konfigurieren und so individuelle Justierungen für jeden einzelnen Titel vorzunehmen. Hierbei werden DirectX 9, 11 und 12 Games unterstützt, der Support für Vulkan und OpenGL Titel soll in Kürze in einem Update nachgeliefert werden.

Während Turing-basierte Grafikkarten auf eine erweiterte Skalierung zugriefen können, nutzen die Vorgänger-GPUs nur eine Bilineare Skalierung. Durch die Implementierung der GPU-Skalierung wird nicht nur die Geschwindigkeit des Berechnungsprozesses erhöht, sondern auch der Prozessor entlastet, was wiederum zu mehr FPS führt. Besonders die etwas schwächeren CPUs dürften von dem GPU-Upscaling am meisten profitieren.

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.