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Nur für OEMs: AMD führt heimlich die Radeon 600 Serie ein

AMD hat stillschweigend mit dem Verkauf von fünf “neuen” GPUs der Radeon 600-Serie an OEMs begonnen. Dabei handelt es sich um die günstigsten Karten, die AMD derzeit verkauft. Mit einer maximalen Kernanzahl von 640 bei dem Top-End RX 640 Modell sowie 320 Kerne bei der 610-Ausführung scheinen die Grafikkarten „ein wenig“ veraltet zu sein. Und das hat auch einen Grund, denn es handelt sich um alte Bekannte von vor fünf Jahren.

Im Juni 2016 hat AMD GPUs der 400er-Serie auf 28nm-Basis veröffentlicht. Im April 2017 wurden einige der Karten als 500er-Serie wieder neu veröffentlicht. Die 600er-Serie besteht vollständig aus Hardware der 500er-Serie ohne eine einzige Änderung bei den Spezifikationen. Die Hälfte der 600er-Produkte sind weitergeführte GPUs der 400er-Serie.

Zu AMDs Verteidigung muss man sagen, dass die OEMs in vielen Fällen eine Mitschuld haben, da sie mit „neuer“ Hardware Hardware werben wollen und den Druck auf AMD auslagern. Abgesehen von solchen Marketing-Strategien sind diese Karten nichts, worüber man sich aufregen sollte. Sie werden nicht als eigenständige Produkte veröffentlicht und wir wissen (derzeit) auch nicht wirklich, wie die Preise sein werden.

Es ist verständlich, dass AMD die eigenen Lagerbestände an den Mann bringen möchte, denn die Chips sind zwar alt, aber keineswegs schlecht. Wegwerfen geht nicht. Also bringt man die Grafikkarten bei Partnern wie Asus, HP, Acer und co. unter.

  Radedon RX 640 Radeon 630 Radeon 625 Radeon 620 Radeon 610
Anzahl der Kerne 640/512 512 384 384/320 320
Boost Takt 1287 MHz 1219 MHz 1024 MHz 1024 MHz 1030 MHz
Speicher und Geschwindigkeit 4GB 7Gbps GDDR5 4GB 6Gbps GDDR5 4 GB 4.5Gbps GDDR5 4GB 4.5Gbps GDDR5/GDDR3 4GB 4.5Gbps GDDR5
Einsatzbereich Desktop + Laptop Desktop + Laptop Laptop Laptop Laptop
Architektur Polaris (GCN 4) Polaris (GCN 4) Topaz (GCN 3) Topaz (GCN 3) Orland (GCN 1)
Bisherige Bezeichnung Radeon RX 550X Radeon RX 540 Radeon 530 Radeon 530 Radeon 520
Ehemalige Bezeichnung Radeon R7 430 Radeon R7 430 Radeon R5 435

Die Abverkäufe können zugleich ein gutes Zeichen dafür sein, dass AMD Platz schaffen möchte für neue Budget-Karten auf Navi-Basis. Denn mit den kommenden Intel GPUs wird ein neuer Mitbewerber einen Teil vom GPU-Kuchen abhaben wollen – und Nvidia schläft ebenfalls nicht.

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.