Grafikkarten Testberichte VGA

MSI Geforce RTX 2080 Super Gaming X Trio im Test – Schwerer Brocken auf leisen Sohlen

Leistungsaufnahme und Lasten

Die 17 Watt im Idle gerade noch akzeptabel, aber schon recht hoch. Die reichlich 266 Watt im Stresstest und die knapp 265 Watt im Gaming-Loop liegen allerdings deutlich über dem im BIOS festgelegten Power-Target von 250 Watt ab Werk, warum auch immer. Ein Cheat-Schelm, der Böses dabei denkt. Auch der Maximalwert beim Übertakten liegt mit knapp 290 Watt beim Gaming deutlich über dem, was das BIOS als maximales Power Limit vorgibt. Das ist alles in allem noch respektabel, auch wenn der vollausgebaute Chip schon ein seiner Grenze angelangt ist und MSI da heimlich noch einen kleinen Aufschlag draufgelegt hat.

   

Hier auch noch einmal ein kurzer Auszug aus dem, was der Hersteller dieser Karte in der Firmware eigentlich an Limits mit auf den Weg gegeben hat – finde den Unterschied zu oben:

Die Spannungen liegen im zu erwartenden Bereich, wobei am Ende beim OC die zulässige Board-Power der limitierende Faktor war, nicht die Spannung. Man merkt somit sehr deutlich, dass Nvidia hier bewusst limitiert und dass zudem auch der thermische Einfluss der Kühlung deutlich sichtbar wird.

Die Lastverteilung auf die Rails fällt perfekt aus, denn im Normalbetrieb und beim OC werden die maximal zulässigen 5.5 Ampere des Mainboard-Slots nie überschritten. Das Balancing ist hier wirklich gut gelungen, denn man merkt die 2 ausbalancierten Phasen am PEG kaum.

Netzteilbemessung und Spitzenlasten/-ströme

Wie ich in meinem Grundlagenartikel „Der Kampf von Grafikkarte gegen Netzteil – Leistungsaufnahme und Lastspitzen entmystifiziert“ bereits ausführlich nachgewiesen habe, existieren durchaus auch kurzzeitig höhere Lasten im Millisekundenbereich, die bei ungünstig entworfenen oder nicht zweckmäßig bestückten Netzteilen bereits zu unerklärlichen Abschaltungen führen können. Da hilft dann allein die vom Grafikkartenhersteller oder den Reviewern gemessene TBP (Typical Board Power) für eine stabile Auslegung des Systems nicht wirklich weiter.

Spitzen mit Intervallen zwischen 1 bis 10 ms können bei sehr schnell reagierenden Schutzschaltungen (OPP, OCP) vor allem bei Multi-Rail-Netzteilen zu Abschaltungen führen, obwohl die durchschnittliche Leistungsaufnahme noch in der Norm liegt. Für die ;SI GeForce RTX 2080 Super Gaming X Trio würde ich deshalb mit reichlich 350 Watt für die Grafikkarte als solche kalkulieren, um genügend Reserven für den Fall der Fälle zu besitzen. Einen kurzen Auszug mit höher Auflösung zeigen uns nun die 20-ms-Intervalle, wie ich sie automatisiert zur Wertermittlung laufen lasse:

Detailaufnahme der durchschnittlichen Leistungsaufnahme und fließenden Ströme

Wie üblich stelle ich den Balken nun auch noch die Leistungsaufnahme und die fließenden Ströme als Detailgrafiken meiner Oszillographen-Messungen zur Seite. Ein Service, den sonst kaum jemand bietet und der zeigt, wie die Karten im Detail so „ticken“: