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Monsterlabo First – das 200-Watt-Passivgehäuse mit Maximalbestückung im exklusiven Labortest (Teil 1)

Manufakturware mit massig Kühlfläche, guter Verarbeitung und (auch über den Preis) einem sehr exklusiven Hauch von Upper-Class. Bei Monsterlabo scheint der Name Programm zu sein und ich habe mir als bekennendem Passiv-Kühlungs-Freak für die Tests gleich einmal zwei dieser feschen Hardwarekäfige besorgt...

Manufakturware mit massig Kühlfläche, guter Verarbeitung und (auch über den Preis) einem sehr exklusiven Hauch von Upper-Class. Bei Monsterlabo scheint der Name Programm zu sein und ich habe mir als bekennendem Passiv-Kühlungs-Freak für die Tests gleich einmal zwei dieser feschen Hardwarekäfige besorgt. Einmal ein leeres Gehäuse für eigene Spielereien und Experimente mit den kommenden Ryzen-CPUs (ich liebe Spoiler!) und ein bereits vollbestücktes Gehäuse.

Letzteres ist zudem exakt das nur einmal weltweit existierende Erstlingswerk, das auch auf der Computex stand und über das so viele gerätselt und noch viel mehr Redaktionen auch geschrieben haben. Jetzt gleich zwei solcher Boliden im Labor zu haben, entwickelt sich zum galanten Luxusproblem, zumal ich im Laufe des Test-Wochenendes nicht an mich halten konnte, um mit den Herstellern noch einmal das eine oder andere Detail durchzugehen. Genau deswegen gibt es heute erst einmal die Vorstellung des leeren und des vollen Gehäuses, sowie erste Benchmarks.

Was gibt es sonst noch? Ein komplett neues Infrarot-Setup mit insgesamt gleich 3 hochauflösenden Kameras, die ich zusammen im Echtzeit-Array laufen lasse und die mir zeitgleich drei Blickwinkel und Einsichten liefern. Doch dazu gleich noch mehr, denn ich muss ja erst einmal Oma Hildegards braune Sofadecke auswickeln. Und ja, es ist kein Scherz, die Teile werden in solch fluffigen Stoffsäcken verschickt. Sieht aus, wie aus dem Kelly-Family-Kleidercontainer gemopst, ist aber wirklich die textilgewordene Luxuspelle des Monsterlabo First.

Und was findet man, wenn man die ganze Fuhre dann endlich textilfrei gemacht und sich einen Bruch gehoben hat? Genau das weiß man in diesem Moment noch gar nicht, denn die Wunderkiste mit dem Zubehör befindet sich festgestöpselt im Inneren des Gehäuses. Da hat man sich bei Monsterlabo sicher gedacht, lass doch die Käufer erst mal noch etwas in Vorfreude schwelgen und das Gehäuse auseinander schrauben. Das steigert die Fingerfertigkeit und gleichermaßen das Verlangen. Allenthalben reichlich fies, wenn man gleich loslegen will, aber was soll’s…

 

Lieferumfang

Schön, ist man dann endlich der Herr der Dinge, dann purzeln aus der braunen Schatzkiste ein VGA-Riser-Kabel, jede Menge an Schrauben, die ganzen Befestigungen für die universellen Haftanstalten der GPU und der CPU sowie diverse andere Adapter, Abdeckungen und Tasterkappen. Dazu gibt es noch einen Satz Noctua to Go, also den ultimativen 140-mm-Lüfter und die heilige Noctua-Wärmeleitpaste. Ja, Ihr habt richtig gelesen, der Lüfter ist quasi die Lebensversicherung für GPU und CPU, wenn es ums Ab- und Einfordern der maximal angegebenen CPU- und GPU-Leistung geht. Optional, aber schön zu wissen, dass es ihn gibt.

Wobei man das mit der GPU noch üben und sicher auch anders lösen werden (müssen) wird, aber ich will dem Teil Zwei dieser Endlos-Trilogie gar nicht nicht vorgreifen, denn der ist quasi erst einmal Pending. Und mir fehlen auch zwei Tage dieser Woche, die ich einer ganz anderen Geschichte widmen werden und deren Bezug zur Tagesaktualität nicht nur mir viel Freude (und noch viel mehr Arbeit) bereiten dürfte. Ok, Themenwechsel und back to black.

 

Unboxing, Funktionalität, Haptik und Optik

Dieses 19-Liter-Case wiegt immerhin, obwohl ja nur für Mini-ITX-Systeme gedacht, satte 7 Kilogramm, wobei der Großteil davon natürlich auf den massiven Kühler entfällt (siehe Grafik unten). Würden manche Hersteller wenigstens solche Autos bauen, wie dieses Gehäuse, dann wären Spaltmaße und Haltbarkeit sicher auch kein Thema mehr. Und während man bei den Teilen mit vier Rädern eher seufzend schon beim kauf ans klapprige Ende denken mag, wirkt das Monsterlabo First wie eine Panzer-gewordene Trutzburg ohne Punkt und Komma. Ob man dann den Lüfter verbaut oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Ich kann ihn im geschlossenen Zustand eh nicht hören (oder sehen).

Der überaus massive Heatsink mit seinen 21 Finnen und den jeweils 6 Heatpipes für die CPU und die GPU ist ein Hingucker. Doch wie bekommt man so ein fettes Konstrukt eigentlich Hardware-flexibel hingebogen? Genau so, denn man darf mit etwas Krafteinsatz und Bending die Komponenten bändigen und selbst an die passende Stelle (d)rücken. Mit so viel kalorienfressender Zwangskreativität muss man natürlich klarkommen und man wird es, wie es nun mal bei Hand- und Häkelarbeiten ist, auch nie glatt und gerade hinbekommen.

Dafür erhält dann jeder ein wirkliches Unikat, das zwar ein wenig schräg daherkommt und jede Menge Kohle kostet, aber dafür den Bizeps konditioniert. Wenn man denn nur genügend Mut zur Kurve mitbringt. Wer dann die Bildergalerie auf der nächsten Seite zum Testobjekt aufmerksam betrachtet, der weiß auch ganz schnell ,was ich damit meine. Das ist nämlich die geplante Kontrastierung eines preußischen Militärspindes, in dem der rechte Winkel mehr als nur eine ideologische Grundanschauung ist. Nein, hier ist schief einfach Programm, weil es sonst auch gar nicht gehen würde.

Das muss man mögen oder lassen, bei fast 450 Euro Eintrittspreis für das Logenticket darf man auch mal zum Mitspielen herausgefordert werden. Das mit der Therapie hatten wir ja schon. Neben dem Motherboard, der Grafikkarte und dem SFX-Netzteil passen natürlich auch noch diverse Datenträger ins Case und man benötigt zudem noch eine Handvoll Adapterkabel, um das Motherboard dann auch zünftig mit der Außenwelt über die Rückseite kommunizieren zu lassen.

Ja, überhaupt der Preis. Man wird mit dem Hersteller nicht darüber nicht diskutieren können, denn jedes Gehäuse wird von Hand gefertigt. Ökologisch besonders wertvoll und auch in keiner Fließband-Käfighaltung grüner Ameisen zusammengestempelt, sondern in Europa quasi liebevoll handgedengelt. Künstlerisch drapierte Käsekrümel und zufällige Rotweinspritzer könnten als Echtheitszertifikat der frankophonen Erzeuger sicher zusätzlich noch gut wirken, weil ein belgisches Bier halt nicht so schön plakativ wäre.

 

 

 

 

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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