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Microsoft stoppt den Verkauf von Huawei Notebooks in seinem Online-Shop

Als weitere Folge der jüngsten Anordnung von US-Präsident Trump, Unternehmen und deren Produkte, die ein (angeblich) hohes Spionagerisiko darstellen, zu ächten, scheint nun auch Huaweis MateBook X Pro aus dem Online-Shop von Microsoft verschwunden zu sein...

Als weitere Folge der jüngsten Anordnung von US-Präsident Trump, Unternehmen und deren Produkte, die ein (angeblich) hohes Spionagerisiko darstellen, zu ächten, scheint nun auch Huaweis MateBook X Pro aus dem Online-Shop von Microsoft verschwunden zu sein. Die Einzelhandelsgeschäfte von Microsoft verkaufen aber offensichtlich weiterhin zumindest ihren aktuellen Restbestand an Huawei-Notebooks ab.

Huaweis MateBook X Pro, das Microsoft seit seiner Einführung in seinem Online-Shop sowie in seinen Einzelhandelsgeschäften anbietet, scheint kommentarlos von der Microsoft-Website entfernt worden zu sein, denn Microsoft hat das Problem noch nicht öffentlich kommentiert.

Der Grund für das Verschwinden der Notebooks ist wahrscheinlich die jüngste Anordnung der Regierung, die ausländische Unternehmen, die ein Risiko für die nationale Sicherheit der USA darstellen können, vom Markt auszuschließen, sowie amerikanische Unternehmen die Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen zu verbieten. Obwohl Huawei in der Executive Order nicht namentlich genannt wurde, war es für viele amerikanische Unternehmen offensichtlich, dass das Hauptziel das chinesische Unternehmen war.

Das Verbot von Huawei wird sich wahrscheinlich nicht nur auf die Verkäufe von Smartphones oder Notebooks des chinesischen Unternehmens auswirken, sondern auch auf den Verkauf von Netzwerktechnik (die chinesischen Produkte, die die US-Geheimdienste aufgrund ihres vorgeblich so hohen Spionagerisikos am meisten fürchten), Servern und anderen Produkten und Dienstleistungen, die Huawei den US-Kunden anbietet.

Produkte von Huawei, ZTE und anderen chinesischen Herstellern waren in den USA bereits seit letztem Jahr teilweise verboten, was bisher jedoch nur das Pentagon und andere Bundesbehörden betraf. Huawei und Microsoft arbeiteten (bisher) auch an einer hybriden Cloud-Lösung mit Microsoft-zertifizierten Huawei-Servern und Intel-Prozessoren. Das jüngste Verbot wird jedoch wahrscheinlich verhindern, dass sowohl Microsoft als auch Intel weiter mit Huawei zusammenarbeiten dürfen.

Als die US-Regierung Unternehmen die Zusammenarbeit mit ZTE, einem chinesischen Staatsunternehmen, verbot, waren die Auswirkungen weitaus gravierender, als es das jetzige Verbot bedeuten würde. Über die von der US-Regierung gegen ZTE verhängte Geldbuße in Höhe von einer Milliarde Dollar hinaus hatte auch das Image des chinesischen Unternehmens arg gelitten und es kämpft derzeit immer noch damit, die Marktposition aus der zeit vor dem verbot wieder zu erlangen.

Ein ähnliches Verbot gegen Huawei könnte nun ähnliche Folgen für Huawei haben. Der CEO von Huawei ist jedoch zuversichtlich, dass das Verbot keine negativen Auswirkungen auf das Unternehmen haben wird und er äußerte gegenüber den chinesischen staatlichen Medien, dass die US-Politiker die Stärke des Unternehmens unterschätzen.

Blinder Protektionismus war noch nie ein guter Ratgeber und wenn man bedenkt, dass Huawei mit derzeit 17% Marktanteil bei den Smartphones der zweite Big Player hinter Samsung ist, wäre der Ersatz durch ein eigenes Gegenstück zu Android auch für Google auf Dauer schmerzhaft. Man darf auch stark bezweifeln, dass dieses Verbot Apple in die Hände spielt, denn erstens werden die Kunden mit Sicherheit nicht das Doppelte für ein schlechteres Smartphone ausgeben und zweitens wäre ein drittes Betriebssystem für den Markt mehr als nur belebend.

Drittens kommen auch die iPhones aus China und ein Verbot auf dem chinesischen Markt wäre für Apple ein starker Impact. Würde man zusätzlich noch Apples Online-Anbindung blockieren, wären auch die bisherigen iPhones quasi über Nacht wertlos. Derartige Aktionen sind eine echte Gefahr für eine immer verzahntere, globalisierte Welt und wer leichtfertig mit Handels- und Produktionsketten spielt, steht irgendwann splitternackt da. Ohne Zulieferer wäre nämlich auch die US-Industrie ein komplett zahnloser Tiger. China besitzt zudem seltene Erden, die USA nicht.

Man kann nur hoffen, dass aus dem Handelskrieg kein echter Wirtschaftskrieg wird, denn der kennt am Ende nämlich nur Verlierer.

 

Quelle: TheVerge

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.