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Mehr Auswahl bei PCIe-Gen4: Phison, Marvell und Innogrit zeigen SSD-Controller

Mit der Emplementierung von PCIe-Gen4 im Zuge der Ryzen 3000 Markteinführung, hat AMD einen weiteren Meilenstein in der Computergeschichte gesetzt. Die breite Verfügbarkeit der entsprechenden Hardware motiviert auch andere Anbieter, in die Technologie zu investieren. Insbesondere der Speichermarkt verspricht sich aus der schnelleren und breiteren Anbindung neue Absatzmärkte.

Da neben dem Speicher auch der Controller eine wichtige Rolle spielt, präsentieren gleich mehre Anbieter ihre Produkte. Marvel bringt drei SSD-Controller mit PCIe-Gen4-Support: Der 88SS1323 nutzt ähnlich wie seine kleinen Geschwister das NVMe-1.3c-Protokoll. Die Chips sind zum verlöteten BGA-Format kompatibel und können damit auf M.2-SSDs sowie 2,5-Zoll-Flash-Laufwerken mit mit U.2-Anschluss genutzt werden. Jedoch wird vermutlich der EDSFF alias Ruler für Server zum Einsatz kommen, da Marvel weniger die Endkunden und mehr die Hersteller im Fokus hat. Insbesondere Anbieter von Flash-Cloud-Lösungen und Workstation/Server-Anwender werden davon profitieren.

Zum Schutz der auf TLC- und QLC-Speicher abgelegten Daten zeigt sich eine AES-256-Hardware-Veschlüsselung verantwortlich. Marvel wird sich einer großen Konkurrenz entgegenstellen müssen, denn Hersteller wie Intel, Micron, Samsung, Toshiba und Western Digital nutzen oder bieten ebenfalls eigene Controller sowie Speicherchips für Enterprise- und Client-Speichermedien an.

Marvels neue Controller nutzen vier PCIe-Gen4-Lanes, vier NAND-Kanäle und greifen auf bis zu 8 GByte LPDDR4X, LPDDR3 oder DDR4 als Cache zurück. Jeder dieser Kanäle weist 32 Ces auf. Marvell verspricht sequenzielle Leserate von bis zu 3,9 GByte/s sowie eine Schreibrate von bis zu 3,3 GByte/s. Die Controller 88SS1322 und 88SS1323 sind in der Anzhal der Chip-Enabler, Lanes und Kanäle limitiert. Die Transfergeschwindigkeiten sinken bei entsprechenden Produkten auf 3,5 GByte/s beim Lesen und bis zu 3 GByte/s beim Schreiben.

Für den Endverbrauchermarkt
Schon zum Jahresanfang hat Phison hat auf der CES 2019 seinen ersten PCIe-Gen4-SSD-Controller präsentiert. Damit war Phison der erste Hersteller, der reale Werte öffentlich in einer Demo zeigte. Die „E16“ erreichte eine sequenzielle Datenrate von über 4 GByte/s lesend und auch schreibend. Das Unternehmen gab damals schon an, den E16 weiter zu optimieren und bis zu 4,8 GByte/s erreichen zu wollen. Zum Vergleich mit den Marvel-Controllern:

Der E16 nutzt vier Lanes, hat acht NAND-Kanäle und insgesamt 32 Chip-Enabler. Er kann mit DDR4 als DRAM-Cache umgehen und weist eine LDPC-Fehlerkorrektur auf, womit TLC- und QLC-Flash-Speicher unterstützt wird.

Ein besonders spannender Anbieter ist Innogrit: Das Startup wurde Ende 2016 gegründet. Initiator ist dabei Zining Wu, der ehemalige Technikchef (CTO) von Marvell. Außerdem sind Abhilash Mathew (VP of System Engineering), Qun Zhao (VP of Firmware Engineering), Jie Chen (VP of Data Storage Technologies) sowie Dishi Lai (VP of SoC Engineering) haben als Gründungsmitglieder ihre Wurzeln bei Marvell.

Für den Endverbrauchermarkt ist der Rainier IG5636 gedacht. Er hat vier Lanes und acht der bereits erwähnten NAND-Kanälen. Damit können bis zu 16 TByte angesprochen werden. Partner bekommen mit dem Controller mehr Vielfalt bei der Wahl des DRAM-Caches, denn sowohl DDR3, als DDR4 sowie LPDDR3/LPDDR4 via 16- oder 32-Bit-Interface, werden unterstützt. Die Datenraten liegen bei bis zu 7 GByte/s beim Lesen und bis zu 6,1 GByte/s beim Schreiben. Der Controller erreicht laut Innogrid bis zu 1 Millionen IOPS lesend und 800K IOPS schreibend.

Und mit dem Tacoma IG5668 schließen wir den Bogen wieder mit einem Controller für den Enterprise-Markt. Er hat vier Lanes sowie 16 Kanäle und spricht 32 TByte an. Die IOPS-Werte liegen bei 1,5 Millionen lesend und 1 Million IOPS schreibend.

via golem.de

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.