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Google verstärkt seine Bemühungen um ein eigenes Prozessor-Design

Die Bemühungen eines eigenen Prozessor-Designs von Google werden durch die Eröffnung eines neuen Hardware-Design-Hubs in Bangalore, Indien nach Informationen von Reuters verstärkt. Die Prozessoren sollen für Googles eigene Server und für den Mobilmarkt entwickelt werden.

Unter dem Dach von Alphabet Inc. hat Google einige Dutzend Halbleiter-Ingenieure in Bangalore angeheuert und sucht weiterhin nach neuem Personal. Reuters soll die Informationen über Stellenprofile und Insider-Informationen erhalten haben. Googles neues Prozessorteam soll intern unter dem Namen ´gChips´ Experten von Broadcom, Intel, NVIDIA und Qualcomm beschäftigen. Das Team soll unter anderem Chips aus Googles bereits existierendem Team in Silicon Valley testen und weiterentwickeln. Google gab dazu jedoch keine Stellungnahme ab.

Für Google ist die Entwicklung von eigenen Prozessoren ein logischer Schritt. Sie arbeiten bereits seit 2014 an ihren eigenen Server- und Grafikprozessoren. Zu erwähnen ist Googles eigener Tensorprozessor, der in Machine-Learning-Anwendungen eine große Popularität genießt. Google ist aber nicht der einzige Vertreter, der seine eigenen Prozessoren hundertprozentig eigens entwickeln will. Apple, Facebook und sogar Adobe folgen diesen Pfaden und wollen ihre Produkte mit eigenen Designs betreiben. Der wesentliche Motivationspunkt ist die Reduzierung der Kosten, um den immer steigenden Anforderungen an die Rechenleistung gerecht zu werden. Durch eine temporäre Investition soll also eine langfristige Lizensierung von Prozessoren von Intel, NVIDIA oder Qualcomm vermieden werden, was auf Dauer deutlich Kosten einspart. Ein weiterer Punkt ist sicherlich eine bessere Spezialisierung an die eigentliche Anforderung der Recheneinheit, um die Aufgabenlösung effizienter zu gestalten.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die Früchte von Googles Arbeit geerntet werden können, aber die Entwicklung verspricht eine erhöhte Dynamik im Entwicklungsprozess für Prozessoren und ist sicherlich zu begrüßen.

Quelle: Reuters