Gehäuse System Testberichte

Glas außen und innen: Das Deepcool Matrexx 70 3F mit ganz viel RGB und noch mehr Durchblick

Die Bestückung

Da Deepcool das Gehäuse für den Einsatz einer Wasserkühlung vorgesehen hat, verbaue ich einen Kühlkreislauf, der sowohl den Prozessor als auch die Grafikkarte abdeckt. Das Matrexx 70 3F fasst Motherboards bis E-ATX – im Innenraum ist also ausreichend Platz vorhanden. Auch wenn dem Lieferumfang passende Abstandshalter bleiliegen, beschränkt sich die werkstellige Bestückung auf klassische ATX-Motherboards. Wer ein iTX- oder mATX-Modell verbaut, muss einige der Abstandshalter herausdrehen.

Nach dem Lösen der Rändelschrauben von den beiden Seitenwänden kann ich auf die Rückseite und den Innenraum zugreifen. Der Netzteilschacht bietet keinen Halterahmen, um das PSU außerhalb des Gehäuses zu montieren, wie man es bei einigen gleichpreisigen Gehäusen sieht. Dennoch konnte ich das Netzteil ohne Schwierigkeiten verbauen, wer mehr Platz „obenrum“ benötigt, kann die innere Glasscheibe entfernen. Dazu einfach die Rändelschraube löschen und das Glas nach Hinten hinausziehen.

Im Netzteilschacht ist auch die Halterung für die 3,5-Zoll Festplatten untergebracht. Und hier komme ich zu einem meiner größeren Kritikpunkte an dem Gehäuse. Nachdem ich die Halterung – die an vier herkömmlichen Grobgewindeschrauben befestigt war – von dem Gehäuseboden abgeschraubt habe, stellte ich feste, dass damit auch die Befestigungsmöglichkeit für das Glas verloren geht. Wenn ich also keine großen Festplatten habe und den Freiraum gerne für ein sauberes Kabelmanagement nutzen möchte, muss ich auf das Glas verzichten. Oder es lose in die Trägerschiene einsetzen und hoffen, dass alles hält. Oh man!

Der Festplattenkäfig fasst zwei 3,5-Zoll HDDs

Haltekäfig also wieder eingebaut und das Netzteil verschraubt. Die Glasplatte hat passende Aussparungen, damit Kabel durchgezogen werden können – hier hat Deepcool mitgedacht. Wer wie ich eine Wasserkühlung verbaut, kann Schläuche bis 13mm durch die Aussparung verlegen und so den Innenraum aufgeräumt gestalten. Auch das 6- bzw. 8-Pin-Kabel für die Stromversorgung der Grafikkarte lässt sich hier durchziehen. Auf der Rückseite finden sich Ösen, in die Kabel gesteckt oder mit Kabelbinder angebunden werden können. Mir fehlen hier ein wenig die weichen Klettverschlussbänder, die in letzter Zeit ihren Weg in die Produkte unterschiedlicher Gehäuseanbieter gefunden haben. Deepcool legt dem Lieferumfang eine Reihe schwarzer Kabelbinder bei.

Theoretisch kann der Festplattenkäfig entfernt werden

Sind Motherboard, Netzteil, die Festplatten – zwei 2,5-Zoll-SSDs oder HDDs können auf der Rückseite in entsprechende Halterungen eingesetzt werden – sowie die Grafikkarte verbaut, die übrigens bis zu 380mm lang sein darf, ist nun die Wasserkühlung dran. Oben passen bis 360mm große Radiatoren, wobei die Tiefe nicht höher als 45mm sein sollte. Wesentlich mehr Platz bietet das Matrexx 70 3F an der Front. Dicke 60mm Radiatoren mit einer Länge von 360mm können hier verbaut werden.

Zwei 2,5-Zoll Festplatten finden hier Platz

Damit ich den Alphacool NexXxoS XT45 Full Copper 360mm Radiator befestigen kann, muss ich die Lüfter abschrauben. Die Grobgewindeschrauben sind ziemlich fest in die Lüfterrahmen eingedreht und selbst wenn ich die Glasscheibe im Inneren herausnehme, so stielt der Festplatten-Halterahmen einiges an Bewegungsfreiheit der schraubenden Hand. Oh man Nummer zwei! Dennoch hatte ich keine großen Schwierigkeiten bei der Radiator-Montage und erachte das Matrexx 70 3F als einsteigerfreundlich, was die Wasserkühlung angeht. Wer nicht wie ich auf eine Pumpenhalterung für den Lüfter setzt – in meinem Fall eine Alphacool 120/140mm Halterung – kann die gelochte Innenwand zur Montage verwendet werden. Deepcool hat diese entsprechend präpariert.

Der Festplattenkäfig wird für die innenliegende Glasscheibe benötigt

 

RGB

Deepcool bietet das Matrexx 70 in mehreren Ausführungen an, wobei das von mir getestete Modell neben der RGB-Leiste im Inneren auch drei RGB-Lüfter werkseitig verbaut haut. Wer also ein paar Euro sparen möchte oder bereits eigene (RGB-) Lüfter hat, greift zur günstigeren Version. Die Lüfter können über einen 3-Pin 5V-Anschluss gesteuert werden, bei manchen Motherboards ist ggf. ein Adapter nötig.

Natürlich hat nicht jedes Motherboard einen RGB-Anschluss und so ist die Steuerung der Beleuchtung auch über den eingebauten Mini-Controller am Gehäuse möglich. Per Y-Adapter lassen sich auch Beleuchtungselemente wie RGB-LED-Stripes, Lüfter oder der Grafikkartenhalter von Deepcool anschließen. Vier Anschlüsse sehen insgesamt zur Verfügung.

Deepcool nutzt die Beleuchtung als Akzent-Element am Netzteilschacht ein. Von dezent würde ich an dieser Stelle nicht reden, denn abhängig davon, welchen Beleuchtungsmodi ich einstelle, leuchtet das Innere wie ein gut geschmückter Weihnachtsbaum. RGB hat natürlich den Vorteil, dass eine bestimmte, einzelne Farbe eingestellt und nachträglich verändert werden kann. Hatten wir früher Lüfter oder LED-Stripes mit einer vordefinierten Farbe und mussten diese komplett austauschen, wenn wir die Innenraumausleuchtung ändern wollten, können wir nun die Farbe per Tastendruck anpassen. Und da das Matrexx 70 ARGB-fähig ist, sind die Konfigurationsmöglichkeiten dementsprechend umfangreich – wenn man denn die Zeit in eine Feinjustierung investieren will.

 

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.