Möbel Testberichte

GameChanger: Ein Gaming-Stuhl made in Germany

Die meisten „Gaming Stühle“ kommen aus chinesischen Fabriken und laufen – mit geringen Individualisierungen – für eine Vielzahl von Herstellern praktisch vom gleichen Band. Der GameChanger will, wie der Name schon impliziert, alles ein wenig anders machen...


Die meisten „Gaming Stühle“ kommen aus chinesischen Fabriken und laufen – mit geringen Individualisierungen – für eine Vielzahl von Herstellern praktisch vom gleichen Band. Der GameChanger will, wie der Name schon impliziert, alles ein wenig anders machen. Das in Hamburg ansässige Unternehmen lässt seine Sitzmöbel in Deutschland fertigen und verzichtet bewusst auf Zubehör wie Nackenstücke oder Lordose-Kissen. Dieses Schwimmen gegen den aktuellen Trend, eine hohe Individualisierung und das auf medizinischen Untersuchungen gestützte Design wecken mein Interesse.

Der GameChanger ist in gleich mehreren Ausführungen verfügbar, dabei gibt es eine Unterscheidung nach der Körpergröße und Körpergewicht. Ebenso kann aus einem Stoff-sowie Kunstlederbezug gewählt werden. Bis zu 200 Kilogramm Belastungsgewicht hält die „XL“-Version aus.

Bei meinem Testmuster entscheide ich mich für das Kunstleder-Modell für Personen über 1,7 Meter Körpergröße. Als einer der wenigen Anbieter ermöglicht es GameChanger eine nahezu vollständige Individualisierung des Erscheinungsbildes. Die Custom Gaming Chairs sind verständlicherweise geringfügig teurer als die Standard-Version, lassen sich aber, wie schon erwähnt, sehr stark den eigenen Wünschen entsprechend anpassen. Im Detail bedeutet das:

  • Wahl aus acht vordefinierten Farben für die Grundfarbe des Stuhls
  • Applikation/Verzierungen in einer von insgesamt neun vordefinierten Farben
  • Außenrand in einer von neun vordefinierten Farben
  • Nähte in einer von zehn vordefinierten Farben
  • Rollen in einer von sieben vordefinierten Farben

Auch die Rückseite kann eine individuelle Farbgebung haben. Zur Auswahl stehen 14 vordefinierte Farben. Ebenso lässt sich das GameChanger-Logo entfernen. Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, ein eigenes Logo auf die Front – also den Bereich in Kopfhöhe – mit einem eigenen Logo zu verzieren. Und das ist keineswegs ein Presse-Bonus, sondern steht jedem Käufer als Option bei der Stuhl-Konfiguration zur Verfügung. Wer will, dann außerdem die Armlehnen in einer gepolsterten Ausführung bestellen. Die Individualisierung steht übrigens nur den Kunstleder-Versionen des GameChangers zur Verfügung.

Stichpunkte zum Stuhl

Der Zusammenbau

Der GameChanger ist der Stuhl in meinem gesamten Testfeld, den ich am schnellsten und mit dem geringsten Aufwand zusammengebaut habe. Viele Teile sind bereits im Voraus zusammengesteckt, wie der Trägerfuß und die Rollen. Ebenso ist der Schwenkmechanismus bereits an der Sitzfläche angeschraubt. Natürlich ist es weiterhin nötig die Gasfeder im Trägerfuß zu versenken, die in einer Halterung aus Pappe steckt, verschickt wird. Ist die Rückenlehne an der Sitzfläche befestigt, kann die gesamte Konstruktion auf die Gasfeder gesteckt werden. Der Zusammenbau ist damit abgeschlossen.

Die Details

Der erste Eindruck des GameChangers ist überaus positiv. Das Kunstleder fühlt sich weich und hochwertig, die Polsterung, zu der ich später noch komme, ist gut ausbalanciert, also nicht zu weich und nicht zu hart. Die gummierten Rollen und der Trägerfuß sind aus Kunststoff gefertigt. Insbesondere beim Trägerfuß wirkt das weniger hochwertig und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Kunststoff nach einer langjährigen Benutzung zu Kratzern und Ausfranzen neigt. Hier wäre ein Aluminium-Guss eine bessere und hochwertigere Wahl gewesen.

Befestigungsrahmen, die Griffe zum Einstellen der Sitzhöhe und des Wiederstandes der Rückenlehen sind ebenfalls aus Kunststoff. Die Abdeckung, hinter der sich die entsprechende Mechanik befindet, ist aber durch einen Stahlguss geschützt. Ebenso die Brücke, die die Rückenlehne mit der Sitzfläche verbindet. Die wichtigsten Elemente sind also überaus belastbar.

Während die Sitzhöhe über den klassischen Wipphebel reguliert wird, muss zur Justierung des Rückenlehnen-Wiederstandes über eine Drehkurbel vorgenommen werden. Ein interessantes Konzept, denn im Unterschied zu den anderen Stühlen in unserem Testfeld, lassen sich alle Handgriffe auf dem Stuhl sitzend durchführen. Diese Umsetzung weiß zu gefallen!

An jeweils einer Metallführung sind die beiden Armlehnen angebracht. Die können in der Höhe sowie vertikalen Lotrichtung angepasst werden. Ebenso lassen sich die Armlehnen von oder zur Rückenlehne bewegen. Da sie dabei in der „ruhenden“ Position ziemlich unschön an eben jene Rückenlehne anstoßen, erscheint diese Funktion in meinen Augen als weniger sinnvoll. Die Polsterung der Armlehnen selbst ist ebenfalls ausbaufähig, da zu hart. Die Länge und Breite ist hingegen ausreichend – trotz der Tatsache, dass nahezu alle Mitbewerber mehr Fläche für die Ellenbogen anbieten.

Unter dem Kunstleder finden sich Spanplatten, die dem Stuhl eine sehr gute Stabilität verleihen und einiges an Gewicht – im Vergleich zu den sonst üblichen Metallkonstruktionen – einsparen. Auch die Flexibilität und Nachgiebigkeit fühlt sich weicher und angenehmer an. Und ein weiterer Unterschied wird beim Blick auf die Unterseite sichtbar: GameChanger tackert einen abdeckenden Stoff an die Sitzfläche und schafft dadurch ein sehr aufgeräumtes Gesamtbild. Ja, mir ist klar, dass kaum jemand auf die Unterseite des Stuhls blickt, auf dem man selbst sitzt. Dennoch ist es diese gewisse Liebe für die kleinen Details, die bei vielen modernen Produkten heutzutage häufig fehlt.

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.