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Elgato Stream Deck: Das bisher vielseitigste Kontrollpult für jeden PC-Nutzer

Als ich mir das Elgato Stream Deck zugelegt habe, war die Überlegung dieses für unseren gotIT! Twitch Kanal zu nutzen und damit zwischen einzelnen Szenen sowie Kameras zu schalten oder interaktive Elemente einzubinden. Während der letzten Wochen hat sich unser Fokus jedoch verstärkt auf YouTube gerichtet und ich habe festgestellt, dass das Elgato Stream Deck so ziemlich das vielseitigste, wenn nicht gar das beste Kontrollpult auf dem Markt ist.

Womit mich das Stream Deck überzeugen konnte und wieso es für so ziemlich jeden PC-und Notebook-Anwender geeignet ist, schildere ich im folgenden Test.

Schauen wir uns zuerst die Äußerlichkeiten an. Das Stream Deck von Elgato ist durch und ein Plastikbomber, der dank des schwarzen, matten Kunststoffes zwar hübsch aussieht, sich aber nicht sonderlich hochwertig anfühlt. Da das Gehäuse nichts ist, was ich besonders oft oder gar alltäglich anfasse, sind die Tasten das wichtigere Bauelement. Auch diese sind aus Kunststoff gefertigt, durchsichtig – dazu komme ich gleich noch im Detail – und haben einen überaus schwammigen Druckpunkt. Die abgerundeten Ecken wirken stimmig und sind ein willkommener Kontrast zu dem ansonsten sehr eckigen Gesamtbild des Elgato Stream Deck.

Dem Lieferumfang liegt ein kleines Dock bei, mit dem der Winkel des darin aufgestellten Stream Decks in sieben Stufen verändert werden kann. Das ist ziemlich praktisch denn nicht nur hochgewachsene Anwender bekommen so einen bequemen Zugriff auf die 15 Tasten, die Winkelverstellung erlaubt allgemein die Anpassung an die ganz persönliche Handhaltung – ähnlich, wie es auch Mäuse von MadCatz bieten. Der Sitz des Stream Deck in dem Halterahmen ist fest und sicher – ihr merkt schon, ich mag das Konzept sehr!

Nun aber wie schon angekündigt zu den Tasten: Elgato verbaut 15 durchsichtige Tasten, die jeweils eine Wölbung in der Mitte aufweisen und dadurch eine sehr angenehme, der Fingerbeere schmeichelnde Form bieten. Ich empfehle die Tasten stets mittig zu drücken, denn es gibt kein definiertes taktiles Feedback. Allgemein fühlen sich die Tasten schwammig an, erinnern mich ein wenig an Rubberdome-Tastaturen – beispielsweise das SteelSeries Zboard, das ich über mehrere Jahre als Ersatzkeyboard benutzt habe.

Beim Elgato Stream Deck stellte ich ebenso fest, dass Eingaben manchmal „verloren“ gehen, wenn die Knöpfe nur am Rand betätigt werden. Auch zu seichtes Drücken der Tasten bewirkt, dass die hinterlegten Aktionen einfach nicht ausgeführt werden. Das Kontrollpult möchte und sollte beherzt gedrückt werden. Wie gut, dass das von mir so gelobte Dock an der Unterseite gummiert ist.

Die Software macht´s

Das Herzstück des Elgato Stream Deck ist dabei nicht das Gerät selbst, sondern die Software. Denn wie austauschbar das Kontrollpult ist, zeigt Corsair selbst. In den letzten Monaten wurde das Stream Deck Mini und das Stream Desk XL auf den Markt gebracht. Jedes Gerät kann einzeln konfiguriert werden und unterstützt zusätzlich mehrere Profile.

Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich aufgebaut und – zumindest auf den ersten Blick – denn Elgato versteckt einige Funktion in Untermenüs, die über die rechte Maustaste oder kleine Pfeilsymbole erreichbar sind. Während auf der linken Seite das Stream Deck emuliert wird, befinden sich im rechten Bereich die einzelnen Funktionen und Aktionen, die Elgato zusammenfassend als „Actions“ bezeichnet. Ziemlich clever: Das SDK für das Stream Deck ist kostenlos und frei verfügbar. Wer C++, Javascript und Objective-C beherrscht, kann zur Plugin- und Actions-Sammlung beitragen. Und die offizielle Sammlung wächst beständig, Elgato nimmt regelmäßig neue, kostenlose Erweiterungen in auf.

Darunter finden sich Schnittstellen für OBS, Nanoleaf,  4K Capture Utility, Titler Live, StretchCast und einige mehr. Andere Plugins setzen die Installation von Programmen wie HWiNFO voraus, zeigen dann aber in Echtzeit die Auslastung der CPU, die GPU Temperatur sowie andere Parameter an.

Waren früher „nur“ etwas über 200 Aktionen auf dem Stream Deck ausführbar, hat Elgato das Limit mit einem der vergangenen Updates gekippt. Ordner in Ordnern sind nun unbegrenzt möglich und erlauben damit unendlich viele Aktionen.