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Die USA kritisieren Chinas Subventionen für Huawei und planen ihrereseits Subventionen für direkte Mitbewerber im 5G-Wettbewerb

Als einer der lautesten Kritiker von Chinas Staatssubventionen erwägen die USA nun ihrerseits ein Subventionspaket für Huawei’s Hauptkonkurrenten Nokia und Ericsson, um diese im 5G-Wettbewerb gegenüber dem chinesischen Telekommunikationsriesen wettbewerbsfähiger zu machen, so ein neuer Bericht der Financial Times.

Der Bericht besagt im Detail, dass US-Beamte bereits intern über die Einrichtung eines Subventionspakets für Nokia und Ericsson diskutiert hätten, das Kreditlinien beinhalten würde, damit diese Unternehmen in der Lage wären, bei den großzügigen Konditionen, die Huawei seinen Kunden auf der ganzen Welt bietet, mitzuhalten. Auf dem Tisch liegt auch die Schaffung eines größeren Subventionspools, um Unternehmen wie Cisco zur Schaffung von 5G-Antennenmasten und anderen Produkten im 5G-Sektor zu motivieren, die dann mit dem Portfolio von Huawei konkurrieren könnten.

 

“Wir haben unsere Überlegenheit bei der Herstellung von Telekommunikationsgeräten vor Jahrzehnten aufgegeben, und jetzt erkennen wir, dass dies aus Gründen der nationalen Sicherheit vielleicht nicht die beste Wahl gewesen wäre. Fast jede Abteilung und Agentur sucht verzweifelt nach Wegen, um wieder in dieses Spiel einzusteigen”, zitiert die Financial Times dabei einen Beamten, der weiter sagt: “Wenn nicht, könnte Huawei bald die einzige Option für jeden sein, der 5G-Netze aufbauen will.”

Nicht ohne einen gewissen Hauch von Ironie wird damit ein Subventionspaket zur Bekämpfung von Huawei vorgeschlagen. Huawei’s lauteste Kritiker in den USA, wie die Global Cyber Policy Watch, weisen darauf hin, dass Huawei von Peking erhebliche Subventionen erhält und nennt dies auch als Grund, warum Huawei vom US-Markt verdrängt werden sollte. Während die Wettbewerber von Huawei ja bereits schon diverse Subventionen erhalten, würde eine weitere Erhöhung dieser Subventionen diese Argumentation faktisch sogar ad absurdum führen.

Emotionslos betrachtet, sind Subventionen auf allen Seiten einfach eine Tatsache in der aktuellen Wirtschaftspolitik und es ist einigermaßen heuchlerisch, ein konkurrierendes Unternehmen zu kritisieren, nur weil es es es von seiner jeweiligen Regierung genau das bekommt, was man andererseits selbst in den Markt pumpt. Auch Boeing, als Unternehmen noch eine Größenordnung darüber, hat zwar Dutzende von Milliarden an Regierungsgeldern erhalten, kritisiert Airbus aber immer noch, weil dieses Unternehmen dasselbe von der Europäischen Union erhalten hat.

Zu kritisieren ist jedoch, dass die EU und der Brüsseler Beamtenapparat in dieser Angelegenheit eher selbstgefällig zu sein scheinen. Da es bisher keinen konkreten Fall gibt, bei dem Huawei etwaige elektronische Lauschangriffe oder Spionage nachgewiesen werden konnten, lässt die EU die Subventionsdiskussion ruhen bzw. igonriert das Thema konplett. Auch dies sollte hierzulande durchaus zu denken geben.

Quelle: Financial Times