Audio/Peripherie Tastatur Testberichte

Cooler Master SK630 und SK621 im Test

Ich persönlich war sehr gespannt auf diese beiden mechanischen Tastaturen von Cooler Master, da ich schon seit Jahren die Cooler Master Masterkeys Pro S verwende und mit dieser sehr zufrieden bin. Die beiden Modelle haben nicht nur unterschiedliche Layouts und Größen, sondern auch noch ganz unterschiedliche Features. Die größere ist die SK630, sie hat wie die Masterkeys Pro S ein herkömmliches Layout nur ohne den Nummernblock, was auch tenkey-less (TKL) genannt wird. Die kleinere SK621 ist sowohl in der Höhe als auch in der Breite geschrumpft, und gehört zu der Klasse der Compact-Keyboards.

Bei diesen Tastaturen sind die F-Tasten mit den Nummer Tasten kombiniert und die Pfeiltasten in das Layout integriert, um die Tastatur kleiner zu machen, ohne die Größe der einzelnen Tasten zu verändern. Die SK621 hat aber noch ein Feature, das sie von der SK630 abhebt: Sie kann nicht nur per USB-C, wie die SK630, sondern auch per Bluetooth mit jedem kompatiblen Gerät verbunden werden. Es sind sehr ähnliche Tastaturen aber sie sind meiner Meinung nach für zwei komplett unterschiedliche Zwecke geschaffen. Die SK630 ist für stationäre Nutzung an einem Schreibtisch konzipiert, während die SK621 wegen ihrer Größe und Wireless-Funktionalität, auch für den Einsatz unterwegs gedacht ist.

Im Lieferumfang enthalten sind jeweils die Tastatur, ein 1,8m langes USB-Kabel, ein Stoffsack für den Transport, ein Werkzeug, um die Tasten zu entfernen und eine Kurzanleitung.

Optik

Optisch sind beide Tastaturen ein echter Hingucker. Die Oberseite des Gehäuses ist aus gebürstetem Aluminium gefertigt, die Unterseite besteht aus mattem Plastik und an der Rückseite befindet sich ein einfacher USB-C Port. Die flachen Tasten mit der RGB Beleuchtung sehen sehr modern und qualitativ hochwertig aus, wobei das Aluminium unter den Tasten eine Art Underglow Effekt erzeugt und die Beleuchtung besonders zur Geltung bringt. Die Beleuchtung jeder Taste ist einzeln ansteuerbar, was einen großen Grad an Personalisierung erlaubt. Zusätzlich gibt es einen außen-liegenden LED-Ring, der sich um die gesamte Tastatur zieht und im Dunkeln eine weiche Kontur um das Gerät zieht. Außerdem gefällt mir, dass die Beschriftung der Tasten schlicht und modern gehalten ist, was perfekt zu dem Rest der Ästhetik passt.

Insgesamt finde ich beide Tastaturen optisch sehr ansprechend, aber eines stört mich ein wenig; die SK-Reihe wird als Low Profile vermarktet. Wenn ich die Tastaturen jedoch neben eine normale Mechanische Tastatur lege, sind sie nicht so flach wie man es von einer Low Profile Tastatur erwarten würde. Das liegt einerseits an der Höhe des Gehäuses, andererseits aber auch an der Höhe der Tasten, die für eine Low Profile Tastatur doch recht hoch sind. Trotzdem sind für mich beide Tastaturen optisch überaus ansprechend.

Haptik

Die Haptik, und damit die Art und Qualität der Bedienung ist mein einziges und größtes Problem mit beiden Modellen dieser Tastatur. Das hat mit den zwar sehr schönen aber doch gewöhnungsbedürftigen flachen Keycaps zu tun. Ja, sie sehen sehr gut aus – doch sie erschweren mir das tippen sehr. Ich kann auf jeder anderen Tastatur problemlos blind schreiben. Dabei orientiere ich mich an der Krümmung der einzelnen Tasten. An dieser Krümmung kann ich die genaue Position meines Fingers auf der entsprechenden Taste bestimmen und so zur nächsten Taste finden. Hier sehe ich mich jedoch mit dem Problem der SK Tastaturen konfrontiert, denn ihre Tasten sind fast komplett flach, was mir diese Orientierungsmöglichkeit komplett verwehrt. Ich kann auf keiner der beiden SK Tastaturen schreiben ohne immer wieder nach unten zu gucken. Ich habe von anderen Nutzern gehört, dass mit genug Übung auch das geht, doch auch nach mehreren Wochen regelmäßiger Nutzung kann ich nicht fehlerfrei schreiben ohne ständig den Blick nach unten zu wenden.

Außerdem kommt es bei mir ab und zu vor, dass ich zwei nebeneinanderliegende Tasten auf einmal drücke. Das liegt an dem besonders engen Abstand zwischen den einzelnen Tasten. Für mich ruiniert diese Kombination aus den flachen Tasten und den engen Lücken zwischen selbigen die Nutzererfahrung.

Es mag sein, dass andere Nutzer diese Probleme weniger oder auch gar nicht haben, insbesondere wenn man das Schreiben auf Laptop-Tastaturen gewohnt ist. Aber für mich ist das Tastendesign ein Grund, warum ich bei meiner alten mechanischen Tastatur bleiben werde.

Die Schalter (Switches)

Die verbauten Schalter sind Cherry MX Red Low Profile Switches, das ‚Red‘ steht dafür, dass die Schalter beim Drücken ohne Widerstandsveränderung schalten und ‚Low Profile‘ heißt, dass sie über ein flacheres Design als die normalen Schalter verfügen. Ich persönlich bevorzuge Switches mit „tactile feedback“ (taktile Rückmeldung) beim Drücken, wie die Cherry MX Brown oder Blue Versionen. Aber auch die Roten Schalter konnten mich überzeugen. Außerdem war ich skeptisch ob die Low Profile Varianten mit den normalen Switches mithalten können. Tatsächlich konnte ich keinen Unterschied im Schreibgefühl zwischen normalen MX Red und den Low Profile Schaltern feststellen, was mich positiv überrascht hat. Der einzige Unterschied ist natürlich, dass die hier verbauten Low Profile Schalter eine etwas kürzere Traveldistance (Distanz zum Anschlag) haben. Allgemein zählen Cherry Schalter zu den Besten auf dem Markt – man bekommt also die gewohnte Qualität.