CeBIT im Foto-Mixer: Die etwas andere Nachlese mit etwas Wehmut

R.I.P. CeBIT! Hall kommt von Halle - wenn keiner kommt. Der beste Echtzeit-Indikator für eine abflauende Personengesamtzahl waren das schneller gewordene WLAN und die freieren Mobilfunknetze. Ein fotografischer Nachruf.

Hallo McFly, jemand zu Hause? Nun ja, jetzt nicht mehr. Mit der CeBIT war es in den letzten Jahren ja eh wie mit einem abstürzenden Personenbefördrungsaufzug: es ging rapide abwärts und keiner konnte aussteigen. Doch irgendwann kommt immer der Keller und spätestens wenn es an die Finanzen geht, wird nach dem Knall auch der lauteste Manager ganz kleinlaut.

Osteria, Restaurant Berlin und die Seasonic-Gummibärchen. Viel mehr ist im Nachhinein kaum im Gedächtnis haften geblieben. Man kann Planlosigkeit auch zum Konzept adeln und die eigene Wurstigkeit zum Durchwursteln hochstilisieren. Oder der Messeleitung sind mittlerweile einfach nur die Grünpflanzen ausgegangen, mit denen man die Gänge zu den leeren Hallen geschickt verstellt hatte. Oder beides, ach wer weiß…

Ob mir die CeBIT fehlen wird? Ich vermisse sie seit 2015 schon nicht mehr. Da war am Ende die Kleintierzüchtermesse in Chemnitz interessanter, auch wenn die CeBIT wenigstens noch mit feschen Hasen punkten konnte. Aber seit #metoo sogar Hannover erreicht hat, fällt das ja auch aus. Es gab für den Redakteur weder Produktneuheiten zu sehen, noch überhaupt irgendwelche Dinge, die zumindest die Reisekosten gerechtfertigt hätten. Von der eigenen Lebenszeit mal ganz abgesehen.

Es war am Ende stets ein Treffen der letzten Aufrechten mit zig China-Platzhaltern in den Zwischengängen. Handy-Hüllen und Steckernetzteile, statt innovativer Produktneuheiten. Der Übergang zwischen der Halle 17 bis zu Halle 15 war am Schluss eine optische Homage an eine asiatische Digital Plaza. Grandios bunt, aber komplett nutzloser Krempel. Lückenfüller im Dutzend-Abo.

Aber ich habe noch einmal ein paar Bilder aus meinem Archiv rausgekramt, die vor allem auch die Menschen am und hinter den Ständen zeigen. Im Nachhinein betrachtet war es ja ganz nett, aber man merkte den schleppenden Verfall besonders ab 2010 bereits sehr deutlich.

Die Ticketpreise der CeBIT 2010 waren ja fast noch human:

Tageskarte 38,00 €
Dauerkarte 81,00 €
Ermäßigte Tageskarte 17,00 €

 

Im Vergleich dazu mal die Preise für 2018 und man merkt sehr wohl, dass man für weniger viel mehr zahlen muss:

Tageskarte 100,00 €
Dauerkarte 200,00 €
Ermäßigte Tageskarte 50,00 €
Digital Friday 20,00 €

 

 

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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